Backtricks von Barbara
Liebe Community, als passionierte Zwillingsmutter und Hobbybäckerin habe ich mich über die Bloganfrage von Katrin total gefreut. Inklusion ist sowieso ein Herzblutthema bei mir, und so war die Idee zu diesem Beitrag eine echte Win-win-Situation. An vielen Stellen im Leben muss improvisiert werden, und das führt sehr oft zu neuen, kreativen und hilfreichen Lösungen.
Wie diese Lösungen beim Thema Backen aussehen könne, lest ihr hier.
Samstagnachmittag, spontane Kuchen-Idee, Blick in den Kühlschrank – und dann fehlt genau die eine Zutat, ohne die es angeblich nicht geht. Kenn ich. Die gute Nachricht: Fast alles beim Backen lässt sich ersetzen, wenn man weiß, welchen Job die fehlende Zutat eigentlich hatte. Dabei helfen ein paar einfache Tricks, sogenannte Hacks (sprich: Häcks). Einige davon möchte ich euch hier vorstellen.

Kein Ei im Haus
Ein Ei bindet, lockert, sorgt für Feuchtigkeit im Teig und gibt Halt – vier Aufgaben, die auch andere Dinge übernehmen können:
- 1 EL gemahlene Leinsamen + 3 EL Wasser: Die Mischung kurz quellen lassen, bis sie geliert. Sie bindet fast wie ein Ei und schmeckt leicht nussig und passt gut zu süßem Gebäck.
- 60 bis 80 g ungesüßtes Apfelmus (das entspricht etwa 2 bis 3 EL) ersetzen ein Ei. Es hält den Teig zusammen, macht ihn saftig und bringt eine dezente Süße mit. (Backen ohne Ei auf oetker.de)
- Bei Hefeteig, Mürbeteig oder Blätterteig braucht’s ohnehin oft gar kein Ei – ein Blick ins Rezept lohnt sich, bevor man improvisiert.
Kein Zucker mehr da
Zucker lässt sich in den meisten Rezepten um bis zu einem Drittel reduzieren, ohne dass man es groß schmeckt. Fehlt er ganz, tun es auch Honig oder Marmelade. Als Richtwert gilt: 100 g Zucker entsprechen etwa 75 bis 80 g Honig, da Honig etwas süßer ist. Weil Honig und Marmelade selbst Feuchtigkeit mitbringen, solltet ihr die übrige Flüssigkeitsmenge im Rezept (Milch, Wasser oder Öl) um etwa 20 bis 30 ml pro 100 g Honig zurücknehmen. So bleibt der Teig genauso fest wie im Originalrezept – wird er dennoch zu weich oder klebrig, einfach ein bis zwei Esslöffel mehr Mehl zugeben.
Mehr zum Thema zum Beispiel hier:
Rechenfix Zucker-Umrechner
Backzutaten einfache ersetzen – Tipps von der Verbraucherzentrale
Kein Mehl griffbereit
Ganz ersetzen lässt sich Mehl selten, aber teilweise schon: Gemahlene Nüsse oder Grieß können üblicherweise etwa 20 bis 30 Prozent der Mehlmenge ersetzen (bei 300 g Mehl also rund 60 bis 90 g), strecken den Teig und geben ihm sogar mehr Geschmack. Wer öfter mal ohne Mehl backt, findet in Kichererbsen einen erstaunlich guten Grundstoff für Plätzchen: Am einfachsten nimmt man sie aus der Dose oder dem Glas (ca. 240 bis 250 g Abtropfgewicht), spült sie kurz kalt ab, lässt sie abtropfen und püriert sie dann fein im Mixer oder mit dem Pürierstab bis eine glatte, klebrige Masse entsteht. Ein spannendes Rezept zu Kichererbsenplätzchen findet Ihr zudem auf beanbeat.de – Rezept Kichererbsen-Plätzchen oder auch hier kochenohne.de – Rezept für Kichererbsen-Plätzchen.
Keine Milch im Haus
Aber noch ein Becher Sahne? Sahne kann mit Wasser verdünnt sehr gut als Milchersatz dienen: Für 100 ml Milch reichen etwa 20 bis 25 ml Sahne, mit Wasser auf 100 ml aufgefüllt. Das ist der Lieblingshack meiner Mutter. Sie braucht selten Milch, hat dafür aber immer etwas Sahne im Kühlschrank.
Kein Eis im Kühlfach
Ein Lieblingshack meiner Töchter: eine reife Banane einfrieren und aufpürieren und mit Obst oder anderen Zutaten der Wahl „aufpimpen“. Nice-Cream geht immer. 😊

Keine Backform parat
Das ist mein liebster Trick: Wenn die Kastenform fehlt, tun’s auch mehrere kleine Marmeladengläser. Achtet darauf, dass die Gläser auf der Unterseite das Symbol „backofenfest“ haben. Haben sie das nicht, ist das Glas nicht geeignet. Alternativ könnt ihr eine ofenfeste Auflaufform nehmen und diese notfalls mit Backpapier auskleiden. Es muss ja nicht immer die Norm-Kuchenform sein.
Keine Teigrolle zur Hand
Auch das kommt öfter vor, als man denkt. Eine leere Glasflasche, gut bemehlt, rollt Teig genauso glatt aus wie das Original. Hauptsache, die Flasche ist stabil und hat keine scharfen Kanten.
Eine Regel gilt immer
Jedes Rezept reagiert etwas anders auf Ersatzzutaten – ein bisschen Ausprobieren gehört dazu. Aber genau das macht spontanes Backen ja auch aus: Man arbeitet mit dem, was da ist, statt mit dem, was auf dem Einkaufszettel stehen müsste. Und am Ende zählt sowieso nur eins: Schmeckt’s?
Quellen
Verbraucherzentrale: Backzutaten einfach ersetzen
Dr. Oetker Schweiz: Backen ohne Ei, Milch, Zucker oder Gluten
Backen macht glücklich: Zutaten beim Backen ersetzen
KI-Mengenumrechner: https://www.rechenfix.de/kochen
Fotos:
Backzutaten: Getty images – funkybg
Backformen: Getty images – fotokris
Barbara Busse-Vorwerck: privat




