Barcamp Digitale Barrierefreiheit
Was ist ein Barcamp?
Ein Barcamp ist eine Mitmach-Konferenz. Bei einer Konferenz im Allgemeinen kommen Fachleute, Interessensvertreter und Entscheidungsträger zu einem Thema zusammen. Genau das passiert bei einem Barcamp nur viel, viel besser! Ehrlich!
Beim Barcamp Digitale Barrierefreiheit kommen Fachleute, Selbstvertreter und interessierte Personen aus Verwaltung, Kultur, Tourismus oder auch Unternehmen zusammen. Egal ob Privatperson oder Firmenchef: Von Anfang an werden alle geduzt. Jede Person ist gleich wichtig. Alle sind offen und aufgeschlossen gegenüber den Themen und Fragen, die mitgebracht werden.
Das heißt praktisch, das auch jede teilnehmende Person das Barcamp mitgestaltet. Das geschieht über das „Sessionboard“ – den Tagesplan, den wir am Morgen gemeinsam aufstellen. Aber Gemeinschaft und Mitmachen zieht sich durch den ganzen Tag. Bei vielen Barcamps ist es zum Beispiel üblich, dass jede und jeder dafür verantwortlich ist, dass genug Kaffee da ist. Dieser muss nämlich oft selbst gekauft werden. Oft gibt es auch kein Buffet, sondern das Orga-Team stellt beispielsweise morgens Brezel und Butter hin und jeder muss sich selbst versorgen.
Das haben wir aber beim Barcamp Digitale Barrierefreiheit anders geplant. Es gibt ein Catering, das den ganzen Tag über eine Verpflegung zur Verfügung stellt. Diese berücksichtigt Angebote für Veganer oder für eine Glutenunverträglichkeit. Alles soll gut mit einer Hand zu essen sein. Es gibt den ganzen Tag Kaffee, Tee und alkoholfreie Getränke sowie Frühstück, Mittagessen und am Nachmittag Kuchen. Aber wie gestalten wir gemeinsam das Barcamp?
Das Sessionboard – Herzstück des Barcamps
Nach Ankunft, Begrüßung und einem kleinen Frühstück planen wir gemeinsam den Tag. Was heißt das?
Jede teilnehmende Person kann vorne auf der Bühne ihr Angebot/ihre Session vorstellen. Das kann alles rund um digitale Barrierefreiheit sein:
- Vorstellung einer barrierefreien App, die sie entwickelt hat
- Wie wird eine Webseite auf Barrierefreiheit getestet? Eine spontane Live-Testung einer Webseite von einem Teilnehmenden
- Diskussionsrunde zu einem Thema, das man aus unterschiedlichen Perspektiven besprechen möchte
- Workshop mit praktischen Inhalten. Zum Beispiel: Inklusives Gaming mit verschiedenen Adaptern/Kontrollern für unterschiedliche Einschränkungen.
- Wissensvermittlung. Zum Beispiel: 5 einfache Schritte, wie dein Social Media Beitrag barrierefreier wird.
Die Teilnehmenden sind in ihrer Gestaltung relativ frei. Sie haben 1 Minute Zeit für ihre Vorstellung. Danach werden die anderen Teilnehmenden gefragt: Wen interessiert das? Je nach Interesse findet die Session im großen Saal oder in einem Meeting-Raum statt. Das Orga-Team teilt die Angebote auf dem Sessionboard den einzelnen Räumen zu. Jedes Angebot/jede Session darf maximal 45 Minuten dauern. Danach sind 15 Minuten Pause zum Raumwechsel und kurzen Rückfragen eingeplant, bevor die nächste Session startet.
Damit das Sessionboard barrierefrei für alle zugänglich ist, wird es auch in eine Online-Version übertragen. Die URL hängt überall im Gebäude mit Navilens-QR-Codes aus.
Wie barrierefrei ist das Barcamp selbst?
Das Barcamp Digitale Barrierefreiheit findet am 26. Juni 2026 in der Westspitze Tübingen statt. Die Westspitze ist ein baulich barrierefreies Gebäude. Das heißt:
- Ebener Zugang
- Automatischer Türöffner am Eingang
- Behindertenparkplätze in der Tiefgarage
- Barrierefreie Zugang zu allen Räumen
- Barrierefreie Toiletten und Aufzüge
Alle Anbieter von Workshops oder Vorträgen werden gebeten, diesen mit einer Live-Untertitelung zu planen. Alle erhalten vorab Tipps zur Gestaltung von barrierearmen Präsentationen.
Alle Räume sind so gestuhlt, dass Personen im Rollstuhl sich gut bewegen können. Im großen Saal sind ruhige Randplätze für Menschen im neurodivergenten Spektrum ausgewiesen.
Die Verpflegung berücksichtigt wie beschrieben unterschiedliche Essgewohnheiten.
Nicht umsetzen können wir durch fehlende finanzielle Mittel:
- Dolmetschung jeglicher Art
- Streaming
- Braille-Beschriftungen
- Audio-Deskription
Wir freuen uns aber über jeden, der sich mit unserem Orga-Team ehrenamtlich einbringt, um die Veranstaltung noch barrierefreier zu machen!
Tickets und weitere Infos
Tickets gibt es unter: Barcamp Digitale Barrierefreiheit – axes4.
Bisher eingereichte Sessions findest du unter: Sessions auf dem Barcamp Digitale Barrierefreiheit – Satznachbarn
Wir freuen uns auf viele Teilnehmenden und einen guten Austausch!
Alt-Texte für PDFs und Webseiten
Steve Weidel hat uns dann sein Tool Inkludocs vorgestellt. Mit Inkludocs kann man Alttexte erzeugen für Grafiken in PDFs oder Webseiten oder auch Grafiken direkt, die in kein Dokument eingebunden sind. Was ist das Besondere an Inkludocs?
Inkludocs erstellt mit Hilfe von KI automatisch Alternativtexte. Dabei muss man nicht Bild für Bild mit der KI das Dokument durchgehen. Inkludocs durchsucht das zur Verfügung gestellte Dokument selbständig und erkennt, wenn es sich um dekorative Bilder handelt. Diese zeichnet es entsprechend aus. Sie benötigen für diesen Fall keinen Alt-Text. Die Alt-Texte können alle kontrolliert und im Tool nachgearbeitet werden. Ebenfalls besonders: Der Inkluagent von Inkludocs liest auch den Text ein. So versteht er besser, worum es im Dokument geht und kann das Bild besser interpretieren. Das führt zu einem besseren Ergebnis für den Alt-Text. Wenn alles stimmt, kann das Dokument mit den Alt-Texten exportiert werden. Noch werden beim Export keine barrierefreien PDFs erstellt. Daran arbeitet Steve zusammen mit Michael Karbe aber bereits.
Wie arbeitet man mit Inkludocs?
Bei Inkludocs kann man projektbezogen arbeiten. Man wählt ein PDF aus, für das man Alt-Texte braucht und lädt es hoch. Die Bilder im Dokument werden erkannt und verschiedenen Typen zugeordnet. Typen können sein Diagramm, Chart, Foto oder weitere. Damit gewährleistet ist, dass die Bilder korrekt im Alt-Text beschrieben werden, werden diese Texte von verschiedenen KIs formuliert. Diese müssen inhaltlich im Kern übereinstimmen. Nur dann kann ein verlässlicher Alt-Text erzeugt werden. Steve ist die Zuverlässigkeit der Alt-Texte sehr wichtig.
Jeder Alt-Text kann von Hand angepasst werden. Man kann die Typzuordnung korrigieren. Zu jedem Bild gibt es aber auch ein Chatfenster mit der KI, mit deren Hilfe man den Text optimieren kann. Sollte man den ursprünglichen Vorschlag doch besser finden, so ist dieser durch die Überarbeitung nicht weg. Der Inkluagent von Inkludocs sichert jeden bereits geschriebenen Alt-Text.
Ist man mit allen Texten zufrieden, kann das Dokument exportiert werden. Dies geschieht aktuell in den Formaten PDF, Excel oder JSON.
Alternativ-Texte für Bilder auf Webseiten
Auch für Bilder auf Webseiten kann man Alt-Texte erstellen lassen. Allerdings ist es aktuell so, dass nur die Bilder der genannten Seite mit Alt-Texten versehen werden. Zugehörige Unterseiten werden nicht automatisch erfasst und müssen Seite für Seite eingegeben werden.
Die Bilder der Webseiten werden nur einzeln betrachtet. Man sieht also nicht, in welchem Kontext sie stehen. Wenn es relevant ist, muss die Webseite aktuell in einem anderen Fenster zusätlzich geöffnet werden.
Ein Tipp von Steve: Enthält ein Bild einen Link, dann schreibt im Alt-Text immer, wohin der Link führt. Beispielsweise: „Der Link führt auf die Homepage von gruener-garten.de – Eine Seite rund um Gartenbau und -planung.“
Wo kann man Inkludocs testen?
Inkludocs kann man aktuell kostenlos testen unter Demo Inkludocs. Möchtest du intensiver mit inkludocs arbeiten geht dies noch kostenlos in der Beta-Version unter Anmeldung zur Beta-Version von Inkludocs . Für die Beta-Version musst du dir einen Account erstellen. Nach Abschluss der Beta-Phase steht Includocs kostenpflichtig über ein Abo-Modell zur Verfügung. Steve freut sich über intensive Tests und euer Feedback. Nur so kann Inkludocs noch besser werden!




